Muss man Jura studiert haben, um ohne Probleme bauen zu können?

 

222 interessantes hausDiese Frage stellen sich nicht nur manche Bauunternehmen und Bauleiter, sondern vor allem, auch viele Bauherren, die eigentlich nur in ihrem Traumhaus wohnen wollen und sich so häufig mit Rechtsfragen herumschlagen müssen, von denen sie nur wenig bis gar keine Ahnung haben.

 

Das fängt schon beim Erwerb des Grundstücks an, hier muss ein notarieller Vertrag geschlossen werden und wer versteht schon das Juristendeutsch. Doch einfach blind unterschreiben in der Hoffnung, es werde schon gutgehen, wäre etwas sehr blauäugig. Da juristischer Rat meist nicht ganz billig ist, kann das Internet durchaus hilfreich sein. Hier können sich Bauherren und Bauinteressenten schon mal darüber informieren, was sich hinter einzelnen Begriffen verbirgt und welche Entscheidungen der BGH oder die OLGs zu bestimmten Sachverhalten getroffen haben.

 

Ist der Grundstückskauf meist noch relativ simpel, wird es bei den Bauverträgen meist komplizierter, denn hier sind nicht nur die juristischen Formulierungen ein Problem, sondern vielleicht noch mehr die Beschreibung des Vertragsinhalts, also das sogenannte Bausoll, in dem detailliert gesagt wird, welche Leistungen der Bauherr zu erwarten hat. Dabei werden nicht selten Fachausdrücke verwandt, unter denen sich der Laie nichts vorstellen kann. Oder wissen Sie auf Anhieb, was es bedeutet, wenn der Keller als weiße Wanne ausgeführt werden soll?

 

Auf keinen Fall sind damit weiße Wände im Keller gemeint, sondern der Ausdruck bedeutet, eine bestimmte Bauform, um den Keller gegen eindringendes Wasser zu schützen.

 

Schlimm wird die Juristerei, wenn Sie mit einem Vertragspartner vor Gericht gehen müssen, doch wenn Sie z.B. die Ausführungen in meinem Blog und meinem kleinen Ratgeber beachten und sich vorher noch juristisch schlau gemacht haben, s.o., dann sollte dies eigentlich nicht passieren.

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Ein Kommentar zu Muss man Jura studiert haben, um ohne Probleme bauen zu können?

  1. Thilo Lemke sagt:

    Bei meinem Erlebnis handelt es sich um einen Wohnungskauf in München
    Sendling. Meine Frau (41), unser Sohn (7) und ich (41) sind seit
    geraumer Zeit auf der Suche nach einer Kaufwohnung in Sendling. Ich
    muss noch dazu erwähnen dass wir aufgrund meiner persönlichen
    Behinderung (Multiple Sklerose) auf bestimmte Rahmenbedingungen (z.B
    Barrierefreiheit, EG etc.) achten müssen. Bei unserer Suche haben wir
    ein Angebot der Massiv Hausbau München GmbH (MHM siehe
    http://www.m-h-m.de/) gefunden und uns sofort in das Neubau-Objekt
    verliebt und es zudem das einzige war welches alle unsere besonderen
    Anforderungen erfüllte. Da wir vor einer Zusage selbstverständlich erst
    einmal mit unserer Bank ein Finanzierungskonzept aushandeln wollten
    haben wir die Verkäuferin (eine Frau Varga) der MHM gebeten uns einen
    Reservierungsvertrag anzubieten damit die Wohnung in der Zwischenzeit
    nicht anderweitig verkauft werden würde. Nach Zahlung von 1.500 € und
    den notwendigen Unterschriften hatten wir also jetzt die Wohnung
    reserviert für uns und ich konnte damit beginnen mit den Banken zu
    verhandeln.
    Nach ca. 10 Tagen habe ich dann die Verkäuferin angerufen und Vollzug
    hinsichtlich unserer Finanzierung gemeldet was diese freudig
    bestätigte. Damit musste jetzt also ein Notartermin organisiert werden
    um den Kaufvertrag unter Dach und Fach zu bekommen. Was dann passierte
    ist der eigentliche Anlass für meinen Brief an Sie:

    Zwei Tage nachdem ich die Verkäuferin bat einen Notartermin auszumachen
    rief Sie mich an und teilte mir mit dass die Wohnung leider an einen
    anderen Käufer gehen würde da dieser angeblich schneller war einen
    Notartermin zu machen. Wenn ich Ihnen erzähle wie wichtig uns
    ausgerechnet diese Wohnung war, vor allem wegen der Nähe zur
    Grundschule unseres Sohnes und aufgrund meiner Gehbehinderung, können
    Sie sich vorstellen dass wir aus allen Wolken gefallen sind. Man hat
    faktisch mehrere Reservierungen vergeben und dann ohne die potentiellen
    Käufer bzw. „Reservierer“ davon in Kenntnis zu setzen dass sie trotz
    Reservierung Konkurrenz bei dem Kauf der Wohnung haben, den Zuschlag an
    den Schnellsten erteilt.
    Rechtlich, und das ist der eigentliche Skandal, kann man gegen eine
    derartig dreiste Reservierungspolitik nicht vorgehen, obwohl im
    eigentlichen Reservierungsvertrag weder eine Gültigkeitsfrist noch
    sonst irgendein Hinweis darüber vermerkt ist dass diese Reservierung
    eigentlich völlig wertlos ist. Auf Nachfrage bei anderen Bauträgern
    erhielten wir die Antwort dass dieses Vorgehen nicht unüblich sei auf
    dem hart umkämpften Münchener Wohnungsmarkt. Mit dem Geschäftsführer
    der MHM, einem Herrn Ilik, haben wir noch telefonisch versucht
    auszuhandeln, dass er aufgrund meiner persönlichen Situation und vor
    allem wegen unserer Interpretation der für uns exklusiven Reservierung
    der Wohnung den Kauf der Wohnung durch den anderen Interessenten
    rückgängig macht. Dieser Versuch blieb erfolglos. Herr Ilik hat mir auf
    meine Frage was denn eigentlich der Sinn und Wert einer 1.500 €
    Reservierung der MHM sei lediglich geantwortet dass dies nunmal eine
    übliche Praxis im heiss umkämpften Immobilienmarkt in München sei.

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