Planen gestern und heute

Wenn man schon länger in der Branche tätig ist, dann kann man immer wieder erkennen, wie sich das Planen früher und heute unterscheidet, ganz gleich ob es sich um konstruktiven Ingenieuerbau oder um den Wohnungsbau handelt.

Was früher mühsam von Hand mit Bleistift und Tusche erledigt werden musste, schafft heute ein Architekturprogramm scheinbar mühelos. Aber eines können die Programme nicht, die Kreativität eines guten oder genialen Planers ersetzen, allerdings haben sich dessen Werkzeuge vom Papier und Bleistift zum Bildschirm verlagert, was manche aber auch im mancher Hinsicht bedauern.

Es war doch immer wieder faszinierend, wenn ein Architekt mit einigen wenigen Strichen auf einem vorher leeren Papier ein Haus mit der richtigen Perspektive entstehen liess, wenn man seine Gedanken so einfach nachvollziehen konnte. Dies galt vor allen Dingen natürlich, wenn er dies in Gegenwart seiner Kunden tun konnte, wenn er deren Ideen sofort zeichnerisch umsetzen konnte, leider geht diese Fähigkeit heute oft verloren und das Skizzieren auf einem Notebook oder einem anderen Bildschirm gibt einem nicht die Möglichkeit den Plan mit Händen zu greifen. Der Unterschied erscheint mir viel größer als der Unterschied zwischen einem ebook und einem Buch aus Papier, auch hier wähle ich immer, wenn ich die Wahl habe, das Buch, das vielleicht noch nach Druckerschwärze riecht.

Aber diese Programme, die einem die Arbeit so sehr erleichtern können und wo es so einfach ist, Pläne auszudrucken und nicht wie früher Pausen mühselig herzustellen, haben für die Bauabwicklung häufig einen eklatanten Nachteil, genauer gesagt, natürlich nicht die Programme sondern der Umgang mit den Ergebnissen.

Durch die früher mühsame Arbeit haben sich viele Planer und Zeichner immer sehr viel Mühe gegeben, haben jeden Plan sorgfältig geprüft, denn jede spätere Änderung war aufwendig, während heute schnell ein Plan per email an den oder die Unternehmer geschickt und wenn man dann später einen Fehler feststellt, wird genauso schnell ein neuer hinterher geschickt, das zumindest habe ich gerade wieder bei 2 Seminaren für Bauleiter aus der Praxis bestätigt bekommen.

Meiner Meinung nach sollte man die modernen Möglichkeiten voll nutzen ohne auf alte Tugenden wie Genauigkeit und Stimmigkeiten zu verzichten.

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