Eigenleistungen (2)

Gerade schaue ich nach, wann ich Ihnen das letzte Mal was aus meinem Bauherrenratgeber geschrieben habe und stelle fest, dass ich das Unterkapitel Eigenleistungen noch gar nicht abgeschlossen habe, das will ich nun machen:

Wenn Sie Eigenleistungen erbringen wollen, die nicht wie Tapezier- oder Bodenlegerarbeiten zum Schluss der Bauabwicklung erfolgen und daher von vielen Unternehmen gerne gesehen werden – denn dadurch sinkt die Zahl der kleineren Beanstandungen ganz erheblich – sondern mitten im Bauablauf, wie z.B. Elektro- oder Sanitärarbeiten, müssen Sie sich terminlich an einen vorgegebenen Rahmen halten. Wenn Sie länger für Ihre Arbeiten benötigen, kann es zu größeren Verschiebungen bei der Fertigstellung und/oder zu Mehrforderungen der ausführenden Firma kommen. Wenn Sie diese Arbeiten im eigenen Urlaub planen, dann müssen Sie ggf. flexibel reagieren können, wenn es zu Verschiebungen im Bauablauf kommt und das ist gar nicht so selten. Im Hinblick auf die Qualität und Haftung müssen Sie einige wichtige Punkte beachten:

Für manche Arbeiten, wie z.B. Elektroarbeiten, sind bestimmte Kriterien und Vorschriften zu erfüllen, wozu Sie als Privatmann oft nicht in der Lage sind.

Sie müssen alle Vorleistungen, auf die Ihre Leistung aufbaut, dahingehend überprüfen, ob diese Arbeiten korrekt ausgeführt sind, denn mit der Aufnahme Ihrer Arbeiten haben Sie die Vorleistungen faktisch abgenommen und die richtige Ausführung damit dokumentiert.

Wenn Sie Ihre Arbeiten nicht vorschriftsmäßig ausführen sollten und der nachfolgende Handwerker dies feststellt, müssen Sie entweder nachbessern oder dem Handwerker die Beseitigung evtl. Mängel bezahlen; ggf. müssen Sie den oder die  nachfolgenden Handwerker von deren Gewährleistung partiell befreien.

Führen Sie daher nur die Arbeiten aus, die Sie selbst beherrschen oder bei denen Ihnen jemand hilft, der über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt. Hier gilt wie auch bei der leider zu häufig vorkommenden Schwarzarbeit, dass Sie selbst für etwaige Schäden haften und den „Helfer“ nicht in Regress nehmen können. Wenn also Ihre Fliesen reißen, weil keine Dehnfugen gemacht oder diese an der falschen Stelle angeordnet wurden, dann haben Sie Pech gehabt, Sie müssen mit dem Mangel leben oder ihn auf Ihre Kosten beseitigen lassen.

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